Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
Kursangebote
Kursangebote / Kursbereiche / Kultur / Jazz - live im Speicher

Seite 1 von 1

Jazz: East-West Trio

( ab Sa., 30.9., 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Xu Fengxia – Guzheng, Sanxian & Voice
Didier Petit – Cello & Voice
Sylvain Kassap – Klarinette & Chalumeau

Der Name ist Programm: Das East-West Trio, gegründet 2009 während eines Festivals in Hongkong, sucht nach Verbindungen zwischen den Musiktraditionen Chinas und europäischer Improvisationssmusik.

Was sofort auffällt, ist die ungewöhnliche Instrumentierung des Ensembles, bestehend aus Cello und Klarinette sowie den chinesischen Saiteninstrumenten Guzheng und Sanxian. Letztere bilden in gewisser Weise das Klangzentrum das musikalischen Geschehens, virtuos gespielt von Xu Fengxia, geboren in Shanghai und seit 1991 in Deutschland lebend. Cellist Didier Petit und Klarinettist Sylvain Kassap, beide aus Frankreich, sorgen als erfahrene Improvisatoren für die überraschenden Momente in der Musik, immer bereit, die normale Konzertsituation zu sprengen. Changierende Klänge sind bei diesem Aufeinandertreffen von Ost und West stimmige Teile des Ganzen: Kindlicher Verspieltheit folgt energische Schärfe, sanfter Reflektion folgt die virtuose Improvisation.

Das Trio konzertierte in China, Frankreich und den USA. 2012 nahm es in Shanghai das wunderbare Album »The Shanghai Session« auf. 2013 gab es, erweitert zum fünfköpfigen East-West Collective, ein fulminantes Konzert auf dem renommierten Visions Festival in New York, laut New York Jazz Record das beste des ganzen Festivals. 2017 wollen Xu Fengxia, Didier Petit und Sylvain Kassap ihre Ost-West-Musik nun endlich auch auf deutsche Bühnen bringen. Für Xu Fengxia, die mit bereits zwei anderen Ensembles ihm Kulturspeicher aufgetreten ist, war Leer erste Wahl.

Xu Fengxia, geboren in Shanghai, wurde seit dem fünften Lebensjahr im Spiel traditioneller chinesischer Saitenunstrumente unterrichtet, darunter die Zither Guzheng und die Langhalslaute Sanxian. Sie war Mitglied im Shanghai Orchestra of Chinese Music und erregte zur selben Zeit Aufsehen als Bassistin einer Frauenrockband. 1990 gab sie in Shanghai ihr erstes Jazzkonzert.

Seit 1991 lebt die Musikerin in Deutschland und spielt seitdem in den unterschiedlichsten Projekten und Ensembles. Musikalische Partner waren und sind u.a. Peter Brötzmann, Hamid Drake, Günter Baby Sommer, Phil Minton, Joe Fonda, Michael Vatcher und Lucas Niggli. Künstlerisch sehr eng verbunden war sie mit Peter Kowald und Johannes Bauer, beide inzwischen verstorben. Xu Fengxia etablierte sich außerdem als Interpretin von Werken zeitgenössischer Komponisten aus China.

Jazz: The Thing

( ab Di., 17.10., 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Mats Gustafsson – Tenorsaxofon & Baritonsaxofon
Ingebrigt Håker Flaten – Kontrabass & E-Bass
Paal Nilssen-Love – Schlagzeug

Man nennt sie das »Great Scandinavian power trio«. Beschrieben wird ihre Musik als Freejazz aus der Garage oder auch als eine Verbindung von Jazzimprovisation, Punk und Rock. Keine Frage, der schwedische Saxofonist Mats Gustaffson und seine norwegischen Musikerkollegen und Freunde Ingebrigt Håker Flaten, Bass, und Paal Nilssen-Love, Schlagzeug, haben mit ihrem Trio The Thing die Wahrnehmung dessen, was Jazz ist und heute sein kann, ordentlich durchgeschüttelt.

Angefangen hat alles um die Jahrtausendwende, als sie sich trafen, um Stücke des Trompeters Don Cherry (1936-1995) zu spielen, dessen Komposition »The Thing« dann auch zum Namen der Band wurde. Aber Don Cherry und die große Tradition der freien Jazzmusik decken nur einen Teil des musikalischen Interesses der drei Musiker ab. Neben Albert Ayler und Peter Brötzmann mögen sie ebenso die White Stripes, PJ Harvey oder die Yeah Yeah Yeahs. Mit Thurston Moore von Sonic Youth haben sie ein ganzes Album eingespielt, ebenso mit Neneh Cherry, der Tochter Don Cherrys.

Mats Gustaffson tritt daneben regelmäßig mit der niederländischen Freerockband The Ex auf, dirigiert das grandiose Fire! Orchestra oder spielt im Duo mit dem österreichischen Schlagzeuger Alfred Vogel, nicht zu vergessen seine Zusammenarbeiten mit Ken Vandermark. Bassist Ingebrigt Håker Flaten ist u.a. Mitglied im Rempis Percussion Quartet, Schlagzeuger Paal Nilssen-Love leitet sein eigenes Großensemble Large Unit. Im Gespann gelten sie als »Norway's heaviest rhythm section« und gehörten lange Zeit zur Besetzung der skandinavischen Jazzsupergroup Atomic, aus der Nilssen-Love aufgrund seiner vielen anderen künstlerischen Aktivitäten inzwischen allerdings ausgestiegen ist.

2002, in der Frühzeit des Trios, waren The Thing gemeinsam mit Joe McPhee auch schon einmal in Leer zu erleben. Fünfzehn Jahre später, nach vielen brillanten Alben und unzähligen Konzerten in der ganzen Welt, ist die musikalische und körperliche Wucht, mit der die Band ihr Publikum fordert und begeistert, präsent wie eh und je. Von Abnutzung keine Spur! Mats Gustafsson zitiert gerne mal einen Song der US-Band Funkadelic: »Free your mind and your ass will follow!«

Who needs jazz? It is a matter of definition. But we need the mystery. If you learn that jazz is about resistance and improvisation, yeah – then we will need jazz in order to fight the stupidities with it. It is a great tool. Mats Gustafsson

The Thing are jazz, but not as you know. Louis Pattison, BBC Review

Jazz: KaMa Quartet with Nippy Noya

( ab Sa., 4.11., 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Katharina Maschmeyer – Tenorsaxofon, Sopransaxofon & Bassklarinette
Nils Pollheide – E-Gitarre, akustische Gitarre & E-Bass
Philipp Rüttgers – Keyboard & Klavier
Jens Otto – Schlagzeug
Nippy Noya – Perkussion

Die Studioaufnahmen im Dezember 1964 sollen nur einen Tag gedauert haben. Das dann bereits wenige Wochen später veröffentlichte Album gilt als einer der größten Meilensteine der Jazzgeschichte: John Coltranes majestätische Suite »A Love Supreme«, bestehend aus den vier Teilen »Acknowledgement«, »Resolution«, »Pursuance« und »Psalm«, eingespielt in der Besetzung John Coltrane (Tenorsaxofon), McCoy Tyner (Klavier), Jimmy Garrison (Kontrabass) und Elvin Jones (Schlagzeug).

Katharina Maschmeyer hat dieses Meisterwerk zum ersten Mal mit 16 gehört. Durch Coltrane kommt sie zum Jazz. 2016 wagt die in Osnabrück lebende Musikerin etwas, was auch schon andere vor ihr probiert haben. Sie geht mit ihrem langjährigen Quartett ins Studio und covert »A Love Supreme«. Als Gastmusiker mit dabei ist der in Indonesien geborene Perkussionist Nippy Noya. Und weil es mit ihm so gut funktioniert, wird gleich noch ein anderer Klassiker der Jazzgeschichte eingespielt: »The Creator Has A Masterplan« von Pharaoh Sanders.

Herausgekommen ist ein Album, das, so Ralf Döring von der Neuen Osnabrücker Zeitung, »fast schon unverschämt selbstbewusst« klinge, »ein bisschen retro« und »sehr mitreißend«. Katharina Maschmeyer und ihre Mitmusiker schaffen das Kunststück, vor einem der größten Jazzalben aller Zeiten nicht in Ehrfurcht zu erstarren. Sie packen »A Love Supreme« in ein Jazz-Rock-Gewand der 1970er-Jahre und sorgen mit prominenter perkussiver Unterstützung für eine höchst erfrischende Neuinterpretation, die einen großen Konzertabend erwarten lässt.

Inzwischen hat das fünfköpfige Ensemble Coltranes »A Love Supreme« auch live aufgenommen. Veröffentlicht werden soll diese besondere Einspielung auf Vinyl - und, so die Auskunft von Katharina Maschmeyer, beim Konzert in Leer bereits erhältlich sein.

Natürlich ist unsere instrumentale Besetzung mit Gitarre und Keyboards auch mit verantwortlich für unseren Sound. Wir wollten die Musik Coltranes ja nicht kopieren, sondern ihr unseren eigenen Stempel aufdrücken. Wollten aufzeigen, wie diese wundervollen Kompositionen in einem komplett anderen klanglichen Umfeld ihre Kraft und Bedeutung beibehalten und ohne Reibungsverluste überzeugend funktionieren können. Katharina Maschmeyer


Mit ihrem ausgeklügelt changierenden Post-Fusion-Album schlägt Katharina Maschmeyer … sehr eindrucksvoll eine Brücke aus Coltranes Zeit ins Heute und positioniert ihre Band als ein starkes Kollektiv im deutschen Jazz.
Olaf Maikopf, Musikjournalist

Jazz: Underkarl

( ab So., 26.11., 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Wilhelminengang )

Sebastian Gramss – Kontrabass
Rudi Mahall – Bassklarinette
Lömsch Lehmann – Tenorsaxofon & Klarinette
Frank Wingold – E-Gitarre
Dirk Peter Kölsch – Schlagzeug

Besser hätte das Finale des Leeraner Jazzjubiläums kaum gestaltet werden können: 1992 startete nicht nur die Reihe »Jazz live im Speicher«. Es war auch das Gründungsjahr des Quintetts Underkarl um den in Wilhelmshaven geborenen Bassisten Sebastian Gramss. »Timetunnel 25« hat deshalb die Band beziehungsreich ihr aktuelles Album genannt, mit dem sie ihr 25jähriges Bestehen feiert und im Rückgriff auf die Jazzgeschichte frech nach vorne blickt – und damit einen künstlerischen Ansatz verfolgt, der auch durchgehend die Programme von »Jazz live im Speicher« mitgeprägt hat.

Auf »Timetunnel 25« beschäftigt sich das Quintett mit Stücken von Sun Ra, Miles Davis, Charlie Parker, Duke Ellington, Ornette Coleman, Thelonious Monk, Charles Mingus und einigen Jazzgrößen mehr. Das allerdings grundlegend anders als erwartet, denn den Bearbeitungen liegen gerade nicht die sofort erkennbaren Hauptthemen der historischen Vorlagen zugrunde. Stattdessen wurden aus den legendären Aufnahmen die herausragenden Solos transkribiert und dann gewissermaßen als Startrampen für kreative Neuinterpretationen genommen. Die Band transportiert auf diese Weise die Energie des historischen Moments in die Jetzt-Zeit. Die Improvisationen der großen Meister werden zur Keimzelle neuartiger musikalischer Ereignisse in Anlehnung an das Feuer und die Inspiration der origina¨ren Einspielungen. Das ist »großes Kino«, meint Wolfram Knauer, Direktor des Jazzinstituts Darmstadt.

Underkarl, die nach 1997 zum zweiten Mal in Leer auftreten werden, spielen noch immer fast in der Anfangsbesetzung. Seit 1992 hat es nur eine personelle Veränderung gegeben: Für den Posaunisten Nils Wogram kam der Bassklarinettist Rudi Mahall.



Underkarl sind eine Institution und für Überraschungen gut, und nie vergessen sie den ausgefuchsten Spaß ... Hier Museum und dort Experimentalspielwiese, dazwischen verläuft eine Demarkationslinie. Bei Underkarl ist das anders, und die neue CD ist ein exzeptionelles Beispiel dafür, wie man schon mit einer originellen Grundidee, die ohnehin obsoleten Grenzzäune zum Wanken bringt. Leipziger Volkszeitung

Seite 1 von 1

Kontakt

Volkshochschule für die Stadt
und den Kreis Leer e.V.
Haneburgallee 8
26789 Leer
Tel.: 0491 - 92 99 2-0
Fax: 0491 - 92 99 2-10
E-Mail: info(at)vhs-leer.de

Öffnungszeiten

Vormittags:
Mo. – Fr.  08.00 – 12.00 Uhr

Nachmittags:
Mo., Di. u. Do. 14.00 – 16.30 Uhr
Mi. 14.00 – 16.00 Uhr

VHS-App

Wir machen mit bei der offiziellen VHS-App. Sie bietet eine bundesweite Kurssuche, spielerische Übungsvideos und ein interaktives Sprachspiel.

Jazz in Leer
VHS-Filmrolle
Grundbildung
ich will deutsch lernen